Zyklusstörungen, hormonelle Störungen
Wie bereits unter Einfluss der Hormone auf der weiblichen Zyklus-Seite beschrieben, spielen Hormone wie LH, FSH, Progesteron und Östrogen eine entscheidende Rolle bei dem Heranwachsen und bei der
Befruchtung der Eizelle. Die Steuerung der Ovarialfunktion ist ein sehr komplexes System mit vielen beteiligten Funktionssystemen. Die Störungen dieser komplizierten Interaktionen führen zur ovariellen Dysfunktion mit Follikelreifungsstörungen, Störungen der Ovulation sowie zur gestörten Funktion des Corpus luteum.
Klassifikation der Zyklusstörungen:
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Diagnose |
Definition |
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Amenorrhö |
Fehlen der Regelblutung |
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Anovulatorischer Zyklus |
Fehlende Ovulation und Gelbkörperbildung |
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Regeltempostörung d.h. Rhythmusstörungen der Regelblutungen |
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Polymenorrhö |
zu häufiges Auftreten der Regelblutung (< 24 Tage) |
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Oligomenorrhö |
zu selten Auftreten der Regelblutung (> 34 Tage) |
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Regelartstörungen |
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Hypermenorrhö |
zu starke Regelblutung |
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Hypomenorrhö |
zu schwache Regelblutung |
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Menorrhagie |
zu lange anhaltende und zu starke Regelblutung |
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Metrorrhagie |
unregelmäßige auftretende Regelblutung |
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Dysmenorrhö |
schmerzhafte Regelblutung |
Hormonelle Störungen können ihren Ursprung aus unterschiedlichen Quellen ableiten. Als Ursache hormonelle Fehlfunktionen können sein:
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Fehlfunktion der hormonproduzierenden Drüsen wie z.B. Hirnanhangsdrüse, Schilddrüse u.a.
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Stoffwechselstörungen
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erhöhte männliche Hormone wie Testosteron
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Übergewicht: BMI > 30
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Untergewicht: BMI< 18
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Starke seelische oder körperliche Belastung z.B. bei der Arbeit
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Medikamente
Endometriose
Das Wachstum von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter genannt Endometriose ist eine häufig auftretende Ursache für
Fruchtbarkeitsstörungen und betrieft ca. 30-40% aller Endometriosepatienntinen in Deutschland, welche dadurch infertil sind. Die Ätiologie der Entstehung und den chronischen Ablauf sowie die fertilitätsstörende Beeinflussung der Endometriose ist bis jetzt nicht definitiv aufgeklärt. Aufgrund der veränderten Eigenschaften der Gebärmutterschleimhaut ermittelte Marcos (1985) eine große Toxizität auf Embryonen im Zweizellenstadium und auf die Spermienmotilität. Endometriose verursacht außerdem tubare und ovarielle Adhäsionen, exzessive Prostagladinbildung mit Beeinträchtigung der Tubenmotilität und Veränderung des Ovulationsablaufs.
Endometriose Diagnostik und
Behandlung wird mit Hilfe von Medikamenten und durch chirurgische Verfahren durchgeführt. Welche Therapie eingesetzt wird, hängt von vielen Faktoren ab. Die medikamentöse
Behandlung wird bei leichten bzw. rezidivierenden Erkrankungen eingesetzt. Chirurgische Maßnahmen wie Laparoskopie werden eingesetzt um die Wiederherstellung einer normalen Anatomie der innern Geschlechtsorgane zu erreichen. Dabei werden die sichtbaren Endometrioseherde entfernt. Mehr dazu siehe: Operative Diagnostik i.d.
Kinderwunschtherapie.
Entzündungen des Eileiters, Eierstöcke
Eine Infektion welche unbemerkt schon vor Jahren stattgefunden hat, kann zu Entzündungen des Eileiters oder der Eierstöcke bei Frauen führen. Jede dritte Frau leidet im Laufe ihres Lebens unter einer solchen Infektion welche später die Ursache der
Unfruchtbarkeit sein kann. Das Verkleben der Eileiter verhindert das der Eileiter für die Eizelle durchgängig ist was wiederum zur Folge hat, dass Eileiterschwangerschaften auftreten können. Seltener kann ein Verschluss des Eileiters durch Narbenbildung nach Operationen auftreten.
Fehlbildungen der Geschlechtsorgane
Eine Fehlbildung der Geschlechtsorgane wie: Eierstöcke, Eileiter oder Gebärmutter liegt nur bei 5% alle Frauen im gebärfähigen Alter vor. Diese Fehlbildungen sind meist angeboren. Weitere angeborene Ursachen wären eine Chromosomenanomalie, also z.B. eine ungewöhnliche Anzahl oder Form der Chromosomen.
Antikörperreaktion gegen Spermien des Ehemannes/Partner
Die Spermienantikörper können im Blut und im Gebärmutterhalssekret der Frau vorhanden sein und führen ebenfalls zu einer Behinderung der Spermienfunktion. Einschränkend ist jedoch zu sagen, dass es viele Studien zu diesem Themen gibt und viele sehen bei Antikörpern im Blut (ob bei der Frau oder beim Mann) keine Beeinträchtigung der
Fruchtbarkeit. Unbestritten aber selten ist die Behinderung des Aufstiegs der Samenfäden in die Gebärmutter durch Antikörper im Sekret des Gebärmutterhalses. Die Antikörper im Blut und Sekret lassen sich durch bestimmte Laboruntersuchungen bestimmen (sehe:
Diagnostische Tests zum Nachweis von…).